Arbeitsscheu (3)

EXKLUSIVER TEILABDRUCK --- Ben geht in den Nebenraum. Bella stürzt zur Ausgangstür. Cora läuft ihr hinterher und hält sie fest.   CORA ...

EXKLUSIVER TEILABDRUCK ---

Ben geht in den Nebenraum. Bella stürzt zur Ausgangstür. Cora läuft ihr hinterher und hält sie fest.
 
CORA:
Bella, bitte! Es ist nicht so, wie du denkst!

BELLA:  
Ach, wirklich? Das habe ich vorhin so oder so ähnlich schon mal gehört.

CORA:
Ach, du kennst doch Ben! Der schnappt irgendwas auf und macht ein Riesendrama draus.

BELLA:
Ja, ich kenne Ben, aber vor allem kenne ich dich! Du bist das größte Lästermaul aller Zeiten! Aber ich habe immer gedacht, du lässt mich aus deinem Getratsche raus!

CORA
Das mache ich doch meistens auch! Ich erzähle ihm doch längst nicht von all deinen Aufrissen.

Bella sieht Cora zornig an.

CORA
Ok, das war jetzt ein Schuss in den Ofen, aber was ich damit sagen wollte...

BELLA
Du willst dich nur rausreden, so wie immer! Das klappt vielleicht bei deinem liebesblinden
Juristen, aber das kannst du dir bei mir abschminken.


CORA
Wenn ich dich so ansehe, brauche ich von dir beim besten Willen keine Tipps zum Thema
abschminken.


BELLA
Warte nur, irgendwann wird Ben hinter deine Faulheit kommen und dann schmeißt er dich raus! Und wenn du so weitermachst, gebe ich ihm vielleicht sogar einen Tipp.

CORA
Das wagst du nicht! Sonst erzähle ich deinen Eltern, dass du sie seit Jahren anlügst und sie dich in der Uni nur als notgeile Arztmatratze kennen!

Ben kommt wieder ins Wohnzimmer.

BEN
Ich fürchte Ladies, das wird heute bei mir nichts mit einem gemeinsamen Plaudertag.

CORA
Das ist aber schade, gerade weil es Bella dringend nötig hat. Nicht nur in Bezug auf Männer.
BEN Es ist wirklich ärgerlich, aber unsere Verwaltungskraft hat sich gestern Abend bei einem Autounfall den Arm gebrochen und fällt in nächster Zeit aus. Da müssen wir jetzt alle mit anpacken.

CORA (sichtlich zufrieden)
Naja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es ist ja nicht davon auszugehen, dass sich bei Bella in nächster Zeit viel ändert.

BELLA
Wie sieht es denn mit Ersatz für eure Mitarbeiterin aus?

BEN
Von heute auf morgen jemanden zu finden ist unmöglich. Das geht leider nicht so schnell.

BELLA
Wie wärs mit Cora?

CORA
Was?

BEN
Wie meinst du das?

BELLA
Du brauchst schnell jemanden und Cora hat Zeit. Ganz einfach.

CORA
Nein, also, das sieht dann ja nach Klüngelei aus, wenn die Freundin vom stellvertretenden
Abteilungsleiter plötzlich die Stelle bekommt.


BEN (grübelnd)
Nein, das ist kein Problem, das läuft über eine andere Kostenstelle. Ich finde die Idee richtig gut. Du erzählst mir doch immer, wie gerne du arbeiten würdest.

BELLA
Tatsächlich? Na, dann nimm sie doch gleich mit und stell sie deinem Chef vor.

CORA
Moment! Nachdem mir Bella in all den schweren Stunden eine so gute Freundin war, möchte ich ihr auch etwas zurückgeben. Ich möchte, dass sie die Stelle bekommt.

BELLA
Was?

CORA
Aber natürlich! Es sind Semesterferien und du wünschst dir so sehr eine Stelle.  
Noch viel mehr als ich, wenn das überhaupt möglich ist.

BEN
Davon wusste ich ja gar nichts.

BELLA
Da hat die liebe Cora auch schwer übertrieben. Ich bekomme ja Unterstützung von meinen Eltern, deswegen bin ich auf den Job nicht so dringend angewiesen.

CORA
Aber ist es nicht so, dass dein Vater regelrecht ausgerastet ist, als du die Stelle im Call-Center nicht annehmen wolltest? Nicht, dass er sich diesmal wieder so aufregen muss.

BELLA
Ich bin mir sicher, dass er es überhaupt nicht mitbekommen würde.

CORA
Da bin ich mir allerdings nicht so sicher, sowas spricht sich rum.

BEN
Bitte streitet euch nicht wegen so einem Aushilfsjob!

CORA
Genau, Schwamm drüber. Wir beide werden einfach weiter suchen.

BELLA
Wäre auch zu ärgerlich, wenn das unsere Freundschaft belasten würde.

BEN
Ich will nicht zu viel versprechen, aber ich glaube, ich kann euch beide unterbringen. Wir
suchen schon länger jemanden für die Ablage. Ihr seid beide natürlich viel zu überqualifiziert und ich hätte es euch auch niemals vorgeschlagen, aber jetzt habe ich euch beiden schon so viel Hoffnung gemacht und möchte natürlich niemanden enttäuschen. Aber natürlich muss das erst noch mein Chef absegnen, das ist klar.

  
CORA
Ok, dann mal los.

Sie möchte los.

BEN Was für ein Arbeitseifer! Aber wenn du dich mit dem Pyjama bei meinem Chef vorstellst, bekommst du den Job garantiert nicht.

CORA (hölzern)
Das wäre aber schade.

BELLA Tja, dann brauche ich erst gar nicht mitzukommen, schaut mich doch an! Ich bin ja
komplett falsch angezogen und noch von gestern geschminkt, ich Dummerchen!


BEN
Das ist in der Tat ein Problem. Dann fahr doch schnell nach Hause und komm dann direkt in die Firma.

CORA
Und falls du Bens Firma nicht findest und dich verspätest, rufe ich dich an und erkläre dir
den Weg. Du bist genau unter dem Eintrag deiner Eltern bei mir gespeichert. Das mache ich wirklich sehr gerne für dich.


BELLA
Keine Sorge, ich freue mich schon darauf mit der fleißigen Cora zu arbeiten. Das lasse ich mir doch keine Minute entgehen.

BEN (strahlt)
Das ist ein großartiges Gefühl, wenn man auf einen Schlag zwei Frauen glücklich machen kann.

Sie gehen in Richtung Wohnungstür. Sie klemmt und lässt sich erst durch einen gezielten Tritt von Ben öffnen. Alle verlassen die Wohnung. Die Tür bleibt für einige Momente geschlossen.

I. AKT - 2. SZENE
Die Tür öffnet sich nach innen und zwei Männer, JOE und MIKE, betreten in gebückter Haltung den Raum. Joe geht voran. Sie tragen schwarze Kleidung, Handschuhe und Gesichtsmasken. Nach dem Eintreten wird die Tür auffällig leise geschlossen. Sie sehen sich um und überprüfen das Nebenzimmer.
 


Fortsetzung folgt.

Alle bislang veröffentlichten Teile von Arbeitsscheu finden Sie hier.

Der Eingang zum Treppenhaus?

Bild: Karpati Gabor - morguefile.com

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