Tage des Herzschmerzes (6)

EXKLUSIVER VORABDRUCK  ---   "Nehmen Sie meine Hand!" Der erste Schritt in Richtung Hochzeit war getan. Ich griff nach seiner au...

EXKLUSIVER VORABDRUCK --- 

"Nehmen Sie meine Hand!" Der erste Schritt in Richtung Hochzeit war getan. Ich griff nach seiner auf den zweiten Blick nicht ganz so kräftigen Hand und sagte: "Dnnkrr!" Oh nein, ich hatte das Brötchen im Mund ganz vergessen. Wie peinlich war das denn? Ich biss noch schnell einen Happen ab, stopfte es in meine Handtasche und korrigierte mich leicht kauend mit einem sinnlichen: "Danke." "Nichts zu danken. Hey, ich kenne Sie aus der Metzgerei! Warum sind Sie eigentlich heute früh weggelaufen? Geht's Ihnen gut?"
ER redete mit mir. Darauf war ich beim besten Willen nicht vorbereitet. In meinen Eheträumen mit IHM redeten wir eigentlich nie. Meine Eltern hatten sich schließlich auch 27 Jahre lang angeschwiegen. Ihre Scheidung kam recht überraschend für mich. Aber ER wäre schließlich nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte gewesen, wenn ER nicht auch diese komplizierte Situation souverän gemeistert hätte. Er blickte auf die Fleischreste auf meiner Hose und sagte: "Sie wollen jetzt bestimmt nach Hause und sich umziehen. Soll ich Ihnen eine weiße Kutsche mit 6 Pferden rufen?" Er hatte natürlich "Taxi" gesagt, aber das war schon recht unpassend für die romantische Extremsituation, in der wir uns befanden.
Ich riss mich zusammen. Jeden Tag redete ich mit Männern in der Metzgerei und beim Abendessen sogar manchmal mit mir selbst. Das konnte doch wohl nicht so schwer sein. Wie ich es in meiner Ausbildung gelernt hatte, strich ich zunächst souverän die Fleischreste von meiner Blümchenhose. Dann sagte ich einfach das Erste, was mir in den Sinn kam: "Ich habe Hunger." "Öhm, ok. Was wollen Sie denn essen?" Mein Herz klopfte wie wild. Er sprach von meinem Lieblingsthema, einfach so! Das war ein Zeichen. "Ich bin auf Diät", seufzte ich, "also nur was Kleines. Vielleicht 
Salat mit Hähnchenstreifen und Brot? Der Hähnchendöner-Grill ist gleich da hinten." ER lachte herzlich. Dabei hatte ich doch gar nichts Lustiges gesagt. IHM gelang es immer wieder, mich zu verwirren.
WIR rannten durch den Regen zum Dönerparadies. Von jetzt an gab es ein WIR in meinem Leben. In UNSEREM Leben. Von nun an galt es, mit der Planung der Hochzeit fortzufahren. Im Grunde stand bereits seit meinem 14 Lebensjahr alles fest. Für Familie und Freunde meines Bräutigams hatte ich drei Plätze eingeplant. Und wenn er noch jemanden zusätzlich einladen wollte? Die Sitzordnung ließ keine Abweichungen zu. Aber falls er darauf bestand? Ich wurde nervös. Eine mir gut bekannte Stimme riss mich zurück in die regennasse Wirklichkeit:
"Ah, Cora! Noch immer blöde Diät? Wolle wieder nur drei Döner mit extra scharf?"

Fortsetzung folgt.


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Das vorläufige Buch-Cover von Tage des Herzschmerzes.

Bild: Sabbir - freerangestock.com

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